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Zukunft Steuerberatermarkt – Beratung von der Stange ist passé

Der Steuerberater von morgen wird zum Lotsen für Unternehmen

ESSEN - Auch wenn der Berufsstand des Steuerberaters zu den konjunkturunabhängigsten in Deutschland gehört, sind sich die Experten darin einig, dass auch der Steuerberater sich nicht mehr beruhigt zurücklehnen kann mit der Sicherheit, dass die Mandanten ihm schon die Treue halten werden. Vielmehr vollzieht sich der Wandel des Tätigkeitsfeldes immer schneller. Die Erwartungen der Mandanten an den Steuerberater werden immer größer. Sie fordern Komplettberatung, persönliche Betreuung z. B. beim Gespräch mit der Hausbank zwecks Kreditgewährung oder fragen um Rat bei ganz konkreten Dingen wie einem Autokauf. Auf der anderen Seite sind die Komplexität und die ständigen Änderungen im Bereich des Steuerrechts sowie der neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten die großen Herausforderungen, denen sich der Steuerberater in Zukunft stellen muss. Gestaltende Beratung, Lotse, Existenz- und Zukunftssicherung sind die neuen Stichworte, die die Tätigkeit des Steuerberaters der Zukunft beschreiben.

Treibende Kraft hinter dem Wandel des traditionellen Berufsbildes ist der sich angesichts der immer komplexeren Steuermaterie ändernde Bedarf der Mandanten an steuerlichem Fachwissen. Die Palette der vereinbarten Tätigkeiten etwa reicht von der betriebswirtschaftlichen Beratung über die Verwaltung fremden Vermögens und das Halten von Gesellschaftsanteilen bis zur Wahrnehmung des Amtes als Testamentsvollstrecker oder im Rahmen des steuerlichen Fachwissens auch im Felde der klassischen Gestaltungsberatung wie etwa die Einführung einer Kostenrechnung oder dem Aufbau eines Berichtwesens bei Mandanten.

»Für den Erfolg gibt es zwar kein Patentrezept. Aber vom Steuerberater wird heute verlangt, dass er einen Mandanten rundum betreuen kann, auch wenn das Hauptgeschäft nach wie vor mit Jahresabschlüssen, Buchhaltung, Löhnen und natürlich klassischen Steuerdeklaration gemacht wird. Darüber hinaus gewinnen die Mandantenbindung und -pflege, eine gute Reputation sowie ein Allround-Angebot als Erfolgsparameter immer mehr an Bedeutung«, erklärt Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Prof. Dr. H.-Michael Korth, Präsident des Steuerberaterverbandes Niedersachen/Sachsen-Anhalt.

Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor für Steuerberater ist die besondere Qualität der Dienstleistung. Hierzu zählt vor allem die Spezialisierung auf einzelne Fachgebiete oder bestimmte Mandantengruppen sowie die Bildung von Kooperationen. Denn eine Spezialisierung bietet die Möglichkeit, sich auf ein bestimmtes Marktsegment zu konzentrieren und sich am Markt zu profilieren.

Erhebliche Auswirkungen auf die Tätigkeit des Steuerberaters haben für den Präsidenten der Bundessteuerberaterkammer, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Dipl.-Kfm. Dr. Horst Vinken, aber auch der technische Fortschritt und die Weiterentwicklung der elektronischen Kommunikation. »Dies gilt zum einen für die Einführung elektronischer Prozesse in der Steuerberatungskanzlei wie z. B. die Einrichtung von Dokumentenmanagementsystemen. Zum anderen nimmt die elektronische Kommunikation zwischen Steuerpflichtigen, Steuerberatern und der Finanzverwaltung stetig zu. Auch innerhalb der Finanzverwaltung wird die Umstellung auf eine elektronische Verfahrensabwicklung forciert. Auf diese Entwicklung muss sich der Steuerberater rechtzeitig vorbereiten, damit er auch künftig technisch auf dem neusten Stand ist und die an ihn gestellten Anforderungen optimal erfüllen kann«, so der Präsident der Bundessteuerberaterkammer.

Angesichts der immer komplexeren Steuerlage kommt der Qualität des Beratungsniveaus eine ganz wesentliche Bedeutung für den Erfolg einer Steuerberatungskanzlei zu, die nur über eine konsequente und regelmäßige Fortbildung gewährleistet werden kann. »Kaum ein anderes Rechtsgebiet ist so vielen Änderungen unterworfen wie das Steuerrecht. Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung der Steuerberatung wird die Fortbildung gerade auf dem Gebiet der internationalen Rechnungslegung und des internationalen Steuerrechts immer wichtiger. Für den Steuerberater ist die fachliche Fortbildung daher unerlässlich«, erklärt Dr. Horst Vinken.

Auch weil betriebswirtschaftliche Beratung immer wichtiger wird, bieten zum Beispiel Abschlüsse zum Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung oder zum Fachberater für Unternehmensnachfolge eine zusätzliche Qualifikation.

Denn unstrittig ist, dass der Mandant an sich anspruchsvoller geworden ist. »Dies zeigt sich nicht nur darin, dass Mandanten zu hochkomplexen Fragestellungen vom Steuerberater eine schnelle und umfassende Beratung erwarten. Auch ist die Tendenz zu beobachten, dass sie die Arbeit des Steuerberaters und die Höhe des in Rechnung gestellten Honorars zunehmend kritisch hinterfragen. Kommt es zu steuerlichen Schäden wie z. B. einer Steuernachforderung, gehen die Mandanten verstärkt dazu über, den Steuerberater dafür verantwortlich zu machen und ihn wegen angeblicher Falschberatung auf Schadensersatz zu verklagen«, berichtet Kammerpräsident Vinken.

Deshalb sei es wichtig, dem Mandanten deutlich zu machen, dass Steuerberater anspruchsvolle Beratungsleistungen von höchster Qualität erbringen. Dann sei der Mandant, der als steuerlicher Laie die Qualität der Steuerberatung nicht beurteilen kann, auch bereit, für eine qualifizierte Dienstleitung einen angemessenen Preis zu bezahlen.

Für Steuerberater Prof. Dr. H.-Michael Korth hat der Steuerberater der Zukunft aber noch eine weitere wichtige Aufgabe zu erfüllen, die bei der Mandantenzufriedenheit und Mandantenbindung eine entscheidende Rolle spielt: »Die wichtigste und zugleich schwierigste Aufgabe des Steuerberaters ist es, das immer kompliziertere und komplexere Steuerrecht für den Mandanten transparent zu machen und zu erklären. Die Kunst liegt dabei darin, den Mandanten rechtskonform und in einer Form zu beraten, die ihm hilft, die Dinge zu verstehen. Denn viele Steuervorschriften und -gesetze sind für den Mandanten mit normalem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. Zudem werden immer wieder Gesetze erlassen, an die sich die Steuerverwaltung letztendlich nicht halten will, weil sie sich ein Hintertürchen offenlassen möchte. Es fehlt die Verbindlichkeit. Und das versteht der Mandant verständlicherweise nicht. Auch hier ist der Steuerberater gefordert«.